Projekt 2014

Musik und Geschichte - Herzog Ludwig Rudolf und die Frauen
3 Konzerte auf dem Großen Schloss Blankenburg

1714, also vor genau 300 Jahren, starb Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. Er war der Inbegriff eines barocken Herrschers, absolutistisch in seiner Regierung, trotzdem hoch gebildet und als Lyriker und Romanautor selbst künstlerisch tätig . Von Ludwig Rudolf, seinem zweitgeborenen Sohn, hielt Anton Ulrich offenbar sehr viel. Ihm hatte er schon 1690 die Grafschaft Blankenburg als Apanage übertragen, die 1707 zum Fürstentum erhoben wurde.

Anton Ulrich hatte lange Zeit auf seinen Zweitgeborenen viel Einfluss genommen und 1690 die Hochzeit mit der Tochter des Fürsten Albrecht Ernst von Oettingen, Christine Luise, einer schönen und geistreichen Dame, vermittelt. Eine Liaison des Sohnemannes mit der späteren Gräfin Cosel wurde diplomatisch vertuscht und die Dame abserviert. Auch die hübschen Enkelinnen wusste er gut zu verheiraten damit eine unmittelbare dynastische Verbindung zu den Kaiserhöfen in Wien und Petersburg herzustellen.

1714, nach dem Tode des Vaters am 27. März, trat Ludwig Rudolf die Regierung Blankenburgs an. Er entfaltete nun in Blankenburg eine glänzende Hofhaltung: Das Schloss wurde erweitert, glänzende Feste wurden gefeiert. Unter den berühmten Gästen durfte auch die als Pröpstin im nahen Quedlinburg weilende Gräfin Aurora von Königsmark nicht fehlen.

Die geplanten drei Konzerte im Jahr 2014, 300 Jahre nach der Regierungsübernahme durch Ludwig Rudolf, machen Geschichte und Geschichten um Ludwig Rudolf wieder lebendig. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Musik und Tanz, die sich besonders der Musikgeschichte des Welfenschlosses widmet, haben Musiker des Telemannischen Collegiums Michaelstein ein interessantes Konzept um die drei Frauen erarbeitet, die im Leben des Herzogs Ludwig Rudolf eine wichtige Rolle spielten.

Am 21. April 2014 steht in einem Kammerkonzert Gräfin Cosel im Mittelpunkt. Kompositionen aus der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Sächsischen Landesbibliothek Dresden zeichnen den Weg der Cosel von Wolfenbüttel als Geliebte von Ludwig Rudolf nach Dresden, als Maitresse von August den Starken nach.

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe wird am 29. Juni 2014 eine Schloss-Serenade zum Geburtstag von Ludwig Rudolf sein. Es wird ein richtiges barockes Fest gefeiert. Neben dem Geburtstagskind steht dessen Gemahlin Christine Luise von Oettingen-Oettingen im Mittelpunkt. Sie hat Johann Melchior Conradi, Hofkapellmeister am Hof zu Oettingen-Oettingen, beauftragt, für den Gemahl eine Geburtstagesode zu komponieren. Zur Belustigung des Hofes erklingt außerdem das szenische Intermezzo „Pimpinone“ von Georg Philipp Telemann. Neben den Musikern und Sängern erscheint auch der Hofstaat in prächtiger, barocker Robe. Das Schloss Blankenburg ist für ein solches Fest der ideale Ort!

Das 3. Konzert am 1. November 2014 wird Gräfin Aurora von Königsmarck gewidmet sein. Auch sie war, wie die Cosel, Mätresse des sächsischen Kurfürsten und Königs von Polen. Als spätere Äbtissin des Quedlinburger Damenstiftes unterhielt sie enge Beziehungen zum Hofe Ludwig Rudolfs in Blankenburg. Viele Komponisten ihrer Zeit erfuhren Förderung durch diese außergewöhnliche Frau.

Förderung braucht auch der Verein Rettung Schloss Blankenburg, viel muss noch getan werden, das Große Schloss zu erhalten. Mit Leben erwecken lässt sich das barocke Gemäuer mit Musik, die an diesem Ort erklungen ist oder vielleicht erklungen sein könnte. Erinnert wird an mächtige Frauen, an barocken Glanz und glorreiche Zeiten. Dazu gibt es eine Stunde vor Konzertbeginn einen kleinen Vortrag vom Vereinsvorsitzen, Herrn Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel, zur geschichtlichen Einordnung der Frauen um Ludwig Rudolf. Der Verein sorgt natürlich in gewohnter Weise für Speis und Trank.

Dies alles soll dabei helfen, das Großen Schloss Blankenburg noch mehr in die öffentliche Aufmerksamkeit zu rücken, damit dieses Baudenkmal als Krone einer Region wieder in altem Glanz erstrahlen kann.

Gefördert wird dieses Projekt durch die Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V., durch die Gesellschaft der Freunde "Michaelstein" e.V. und andere Sponsoren.

     

  • DIE LIEBHABERIN
    Gräfin Cosel


    21. April 2014, 16.00 Uhr
    Kammerkonzert

    Aus der HAB Wolfenbüttel:
    Werke von Rosenmüller, Schmelzer u.a.

    Aus Schranck II der SLUB Dresden:
    A. Campra - Les Muses
    Anonymus - Triosonate für 2 Violen d'amore
    J. B. Lully - Le Triomphe de l'Amour
    P. Locatelli - Lamento in f
    G.Ph. Telemann - Concerto

    Telemannisches Collegium Michaelstein
    Anne Schumann, Cornelia Strobelt (Violinen)
    Klaus Voigt (Viola)
    Steffen Hoffmann (Violoncello)
    Bernadette Mészáros (Cembalo)
    Petra Burmann (Theorbe)

    Die spätere Mätresse von August dem Starken, die sagenumwobene Gräfin Cosel, hatte als junge Frau eine Affäre mit Ludwig Rudolf, aus der möglicherweise ein Kind hervorging. Anton Ulrich, der Vater von Ludwig Rudolf, hatte mit seinem jüngsten Sohn aber anderes vor und verbannte Anna Constantia von Brockdorff, die spätere Reichsgräfin von Cosel, vom Hof.

  • DIE GEMAHLIN
    Christine Luise von Oettingen-Oettingen


    29. Juni 2014, 16.00 Uhr
    Schloss-Serenade zum Geburtstag von
    Ludwig Rudolf


    G. Ph. Telemann - Ouverture und Tänze
    G. Ph. Telemann - Pimpinone
    Johann M. Conradi - Serenade á 3" An dem .. hohen Nahmens-Tag Der … Frauen Christina Louysa, Vermählten Hertzogin zu Braunschweig und Lüneburg, geborene Fürstin zu Oettinge den 24. Juli 1715, Oettingen

    Telemannisches Collegium Michaelstein
    Julia Kirchner (Sopran), Conny Hermann (Sopran), Matthias Vieweg (Bass)
    Franziska Jacknau, Rüdiger Hermann (Trompete), Günter Strobelt (Oboe)
    Anne Schumann, Cornelia Strobelt (Violine), Klaus Voigt (Viola), Steffen, Hoffmann (Violoncello), Bernadette Mészáros (Cembalo), Heide Reinsch (Tanz)


    Im Mittelpunkt eines Geburtstagsfest steht neben dem Geburtstagskind natürlich zu aller erst die Gemahlin Christine Luise von Oettingen-Oettingen, noch dazu, wenn sie sich um die Musik kümmert.

    Von Johann Melchior Conradi, Hofkapellmeister des Hofes Oettingen-Oettingen, sind 6 Serenaden, bzw. Kantaten zum Geburtstag von Ludwig Rudolf und eine Serenade zum Geburtstag von Christine Luise erhalten. Schon im Sommer 2013 wird eine dieser Serenaden aufgeführt.

    Auch für die Schloss-Serenade 2014 ist eine Serenade als Höhepunkt eines barocken Festes mit Musik, Tanz und Kostümen vorgesehen.

    Das Intermezzo Pimpinone oder die ungleiche Hochzeit stellt das Frauenbild in humorvoller Art und Weise auf den Kopf. Die schlaue Magd Vespetta umgarnt den reichen Pimpinone und unterwirft ihn.


  • DIE NACHBARIN
    Gräfin Aurora von Königsmarck


    1. November 2014, 16.00 Uhr
    Kammerkonzert

    G. Schmied - Theatrichalische Musenfest (Ausschnitte)
    Carrissimi
    G.F. Händel - Triosonate
    M. Hoffmann - Treue Liebe
    J. Mattheson - Violinsonate aus "Der brauchbare Virtuose"
    Ch. A. Jacobi - Heiliger Geist
    J. Mattheson - aus Kantate "Aurora"

    Telemannisches Collegium Michaelstein
    Gesine Adler (Sopran)
    Anne Schumann, Cornelia Strobelt (Violine), Klaus Voigt (Viola, Viola da Spalla)
    Niklas Trüstedt (Viola da Gamba und Sprecher), Sebastian Knebel (Cembalo)

    Gräfin Aurora von Königsmarck leitete Anfang des 18. Jahrhunderts den Damenstift Quedlinburg. Aurora, von Voltaire als die "berühmteste Frau zweier Jahrhunderte" bezeichnet, war, wie die Cosel, zeitweilig Mätresse des sächsischen Kurfürsten und Königs von Polen August II. (des Starken). Als weltgewandte Frau richtete sie 1711 ein glanzvolles Fest für den Zarewitsch Alexei und seine Verlobte Charlotte Christine, Tochter des in Blankenburg residierenden Herzogs Ludwig Rudolf von Braunschweig-Lüneburg aus.

    Aurora von Königsmarck war eine außergewöhnliche Frau aus Mitteldeutschland, Muse vieler Komponisten mit vielen Lebensstationen in Europa.

    Musik von Johann Mattheson, der von Aurora von Königsmarck gefördert wurde, von der Gräfin selbst und aus Hamburg, Stockholm, Dresden und Quedlinburg, ihren Lebensstationen.

Eintrittspreise (Vereinsmitglieder 50 % )
15 € Vollzahler / ermäßigt 12 € (nur für Schwerbeschädigte, Hartz 4, Schüler, Studenten)
Schloss-Serenade
20 € Vollzahler/ ermäßigt 15 € (nur für Schwerbeschädigte, Hartz 4, Schüler, Studenten) incl. Kaffee und Kuchen/ Kinder bis 12 Jahren frei

 

Projekt 2008

BiberSchloss - Benefizkonzerte
mit Musik von Heinrich Ignaz Franz Biber für das Blankenburger Schloss

Das Telemannische Collegium Michaelstein gestaltet einen Zyklus von Konzerten zu Gunsten der Erhaltung der Kapelle des Schlosses. Im Mittelpunkt der Konzerte stehen die Rosenkranzsonaten von H. I. F. Biber. Diese Musik ist in der Violinliteratur einzigartig, in einer Mischung aus geigerischer Virtuosität, bildhafter Gestaltung der Ereignisse des Rosenkranzes und lebendiger Umsetzung auch unkundigen Musikhörern durchaus zugänglich. Sie entstand in der Blütezeit des Blankenburger Schlosses in einem Land, zu dem der Blankenburger Hof durch die geschickte Heiratspolitik enge Verbindungen geknüpft hatte.

Das erste Konzert findet am 6. Januar 2008, 17.00 Uhr in der Bartholomäuskirche statt. Auf dem Programm stehen 3 Rosenkranzsonaten mit den Solistinnen Anne Schumann, Cornelia Fiedler und Anke Strobel, die das biblische Geschehen von Christi Geburt und Verkündigung musikalisch illustrieren, ergänzt durch Concerti und Sonaten anderer österreichischer Komponisten.

Weitere Konzerte folgen im März, Mai und August mit den Themen Ostern, Pfingsten und Maria Himmelfahrt an verschiedenen Orten Blankenburgs. Den Musikern geht es darum, die Glanzzeit des Blankenburger Schlosses musikalisch aufleben zu lassen.

DER EINTRITT ZU DEN VERANSTALTUNGEN IST FREI - UM GROßZÜGIGE SPENDEN FÜR DAS SCHLOSS WIRD GEBETEN.

Weitere Informationen unter:

www.rettung-schloss-blankenburg.de
www.anneschumann.info

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